Monatsrückblick Januar 2020

2020 – der Start. Schonmal nicht schlecht. Es gab das Tagesgeschäft (Coaching und Seminare), eine neue Auftragsanfrage, ein Arbeitstreffen in Bad Kohlgrub, Zeit für strategische Arbeit, Zeit für Familie und Freunde, Zeit zum Zeichnen und diese 3 Sachen hier : Traumjob Seminarreihe, Neuroscience ohne Bullshit und der Besuch beim Arbeitsgricht.

Start meiner online Seminarreihe

Dieses Jahr bin ich gleich mit einer neuen Idee gestartet. Nämlich meiner kurzen und knackigen online Seminarreihe zum Thema Traumjob.

Bisher habe ich immer gedacht, dass man innerhalb eines Seminars möglichst viel Stoff in 90 – 120 Minuten reinbringen sollte.

Und neulich unterhalte ich mich mit meiner Blogcoachin Judith und sie sagt: Mach doch einfach eine Seminarreihe von jeweils 45 Minuten daraus. Und ich so: Ja, klar. Klingt viel entspannter – 4 kleine Seminare. Eine Idee, die ich auf den ersten Blick geliebt habe.

Und so ist am 30.01. meine erste kleine online Seminarreihe gestartet. Es hat echt viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den nächsten Teil, wenn es darum geht, wie man den richtigen Arbeitgeber erkennt. Manchmal Frage ich mich, warum ich diese Informationen nicht hatte, als ich selbst noch angestellt war. Das hätte mir echt geholfen. Aber ich glaube gerade wenn es um Arbeit geht, dann geben sich die Leute in den Unternehmen die Tipps nicht weiter. Es ist fast so, als würde viel über Arbeit geredet, aber wenig neue Ideen produziert, wie man Arbeit für sich individuell neu gestalten kann.

Ein Tag Neuroscience mit Franz Hütter ohne Bullshit

Das mit dem ohne Bullshit kommt von Franz. 😀 Ja, tatsächlich. So drückt er das aus. Denn offensichtlich gibt es viele Fakenews rund um das Thema Neurowissenschaften. Und er muss es wissen, denn schließlich ist er der Experte.

Franz habe ich letztes Jahr in meiner Trainerinnenausbildung kennen gelernt. Er hat mit uns einen Tag lang das Thema Gehirn & Coaching durchgenommen. Also wie werden Informationen, Erinnerungen, Gefühle, altes Verhalten, neues Verhalten usw. verarbeitet. Und das war ultra-spannend. Vor allem weil ich noch nie jemanden mit so einem außergewöhnlichen Vortragsstil gesehen habe.

Ich finde, dass das Thema auch für Leute interessant und relevant ist, die nicht direkt mit Veränderungsprozessen zu tun haben. Denn irgendwie haben wir ja alle ein Hirn. 😉 Deshalb habe ich einen Tag mit Familie und Freunden organisert und wir haben uns Franz gebucht.

Der Tag war echt super gelungen. 1. Zeit mit Menschen, die ich mag, 2. Was neues Lernen, 3. gute Unterhaltung.

Wusstest du zum Beispiel, dass dein Gehirn in der Lage ist, sich ein Leben lang zu verändern und zu lernen? Das nennt sich Neuroplastizität. Also vergiss den Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ Du kannst jederzeit etwas Neues lernen und auch jeder Zeit neue Gewohnheiten adaptieren. Ist das nicht schön?!

Franz in Aktion: Synapsen werden miteinander verbunden und die Reizreaktionkette nachgestellt. Aber nicht in der Theorie, sondern zum Thema „Wie das war, als ich aufgehört habe zu rauchen.“

Einen halben Tag zu Besuch beim Arbeitsgericht

Wusstest du, dass man sich einfach so zu Gerichtsverhandlungen reinsetzen kann? Ja, vielleicht. Aber hast du das auch schonmal gemacht? Also ich noch nie. Umso spannender fand ich es bei 3 Verhandlungen im Arbeitsgericht Hamburg anwesend zu sein, als ich eine Seminargruppe von Betriebsräten dorthin begleitet habe.

Fall 1 war ein Revisionsverfahren: Eine Frau klagte auf den Erhalt einer Sonderzahlung während ihrer Elternzeit. Argument: die Sonderzahlung sei nicht an eine besondere Leistung gekoppelt gewesen. Ihre Klage wurde zum zweiten Mal abgewiesen. Mein persönlicher Eindruck ihres Rechtsanwalts war schwach, echt Schade. In der Gruppe waren wir uns einig, dass wir ihr gerne alle Recht gegeben hätten, aber faktisch war da nicht viel zu machen.

Fall 2: mit dem Kläger war ein Stundenlohn von 25,- € vereinbart worden, der Arbeitgeber wollte ihm aber lediglich einen Monatslohn von 1.700 € versprochen haben. Wie ging der Fall aus? Gar nicht. Denn der Kläger erschien nicht vor Gericht. Viel interessanter war hier zu beobachten, wie sich der Anwalt des Angeklagten echauffierte, dass hier Steuergelder verschwendet würden und wie er versuchte die Richterin mit seiner Empörung zu beeinflussen. Das ist zumindest meine Interpretation.

Fall 3 ging ans Herz. Es ging um Stellenabbau in größerem Stil bei einem Unternehmen, das nicht mehr alle Arbeitnehmer*innen in ihren Positionen beschäftigen kann. Bei einer langen Zusammenarbeit kann ein Unternehmen manche Arbeitnehmer*innen nicht einfach rausschmeißen. Also wird ihnen ein Angebot gemacht. Aber wie entscheiden, wenn der*die Arbeitnehmer*in trotzdem ihren Job behalten möchte?

In diesem Fall waren viele der Kollegen und Kolleginnen der Kläger (2 Personen wurden gleichzeitig verhandelt) anwesend, um den Rücken zu stärken. Und ich glaube das ist auch etwas, das wirklich gut tut, wenn man in so einer Situation ist.

Wie ist es ausgegangen? Eine Person war einverstanden, ein Ausstiegsangebot zu verhandeln, die zweite Person wollte sich auf keinen Deal einlassen und schlicht und einfach ihren Job behalten – das Ende bleibt abzuwarten.

Was ich bei dieser Verhandlung beobachtet habe war sehr gemischt. Die Arbeitgebervertretung, die ebenso betroffen erschien, wie die Angestellten und eine externe juristische Beratung (nicht der Anwalt des AG), die miese verbale Tricks anwendete, um psychologischen Druck aufzubauen à la „Und Ihnen ist es dann lieber, dass jemand anderes seinen Job verliert, damit Sie weiter beschäftigt werden können.“ In dieser Verhandlung wurden echt viele Klischees erfüllt. Und mir hat es wieder einmal gezeigt, dass Arbeit für viele von uns wichtig ist und eine große Bedeutung hat.

Mein Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall das Arbeitsgericht zu besuchen und auf die Feinheiten der Kommunikation und Haltung zu achten. Und sich daran zu erinnern, wie wir eigentlich unsere Arbeit gestalten wollen?!


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