Folge 31 | Karrierechancen ohne Vorurteile

Ich trage Kopftuch, ich bin zu alt, ich bin Quereinsteigerin … Kein Problem

Julia Wolff arbeitet als Headhunterin in der Gesundheitsbranche. Ursprünglich lernt sie in der Krankenkasse und ist Sozialversicherungsfachangestellte. Schnell merkt sie jedoch, dass sie in den Vertrieb möchte. Als sie dort nicht übernommen wird, geht sie als Disponentin zu einem Zeitarbeitsunternehmen. Sie sagt: „Das war Ausbeute im großen Stil am Menschen.“ Und das gefällt ihr gar nicht. Ihre Vorgesetzten geben Julia Anweisungen, die rechtlich und moralisch nicht vertretbar sind. So berichtet sie von unrechtmäßiger Kündigungspraxis und intransparenten Urlaubsregelungen. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen im Büro randalieren, wenn sie realisieren, was mit ihnen gemacht wurde.

Nach einer Babypause überlegt sie also, wie es für sie weiter gehen kann.

Mit ein bisschen Glück findet sich schließlich die Anstellung in ihrem heutigen Job. Das war jedoch nicht gleich klar. Ihr Chef ist ein Vorschlag von der Agentur für Arbeit. Sie meldet sich dort und sagt ihm gleich klipp und klar, dass sie nicht bei ihm arbeiten möchte. Das ist der Beginn für ein Gespräch in dem sehr schnell klar wird, dass ihr neuer Arbeitgeber ebenfalls nichts von diesen Methoden hält und sein Geschäft anders führt.

Dass das klar ist: Ich möchte diesen Job nicht machen!

Julia zu ihrem Chef im Bewerbungsgespräch

Manche Unternehmen haben Schwierigkeiten in der Auswahl von Personal. Insbesondere dann, wenn der:die Vorgesetzte nicht am Auswahlverfahren beteiligt wird. Julia weiß, dass manchen Unternehmen nicht viel für ihre Mitarbeitenden tun und dass es auch wichtig ist, dass die Führung gut ist. Ein Negativbeispiel ist zum Beispiel, wenn V Vorgesetzte Mobbing tolerieren.

Mit diesem Blick von außen kann Julia den Krankenkassen wertvolle Tipps geben, insbesondere wenn sich zeigt, dass in diesem unternehmen niemand arbeiten möchte, weil sie eine schlechten ruf genießt.

Wenn Julia auf der Suche nach neuen Mitarbeiter:innen ist, schaut sie jedoch ganz genau, ob die Person zum Unternehmen passt. Das hat nicht nur menschliche Gründe, sondern ist auch ganz einfach eine betriebswirtschaftliche Betrachtung.

Zu schauen, ob eine Person in das Unternehmen passt, hat nicht nur menschliche Gründe. Es lohnt sich auch betriebswirtschaftlich.

Für Julia ist wichtig keinen autoritären Führungsstil zu leben. Sie setzt schon immer auf Selbstverantwortung. Schwierig ist dieser Stil dann, wenn Mitarbeitende lieber nach Anweisung arbeiten und Vorschriften haben möchten. Eine weitere Schwierigkeit sieht sie darin, das Team zusammen zu bringen. Denn da sind die Menschen in ihren Bedürfnissen einfach sehr unterschiedlich. Julia hilft sich mit ihren Kenntnissen aus der Psychographie und gibt mit ihrem Hintergrund als NLP-Coachin auch kleine Workshops für ihr Team, um für gegenseitiges Verständnis zu werben. Von Team-Events ist sie nicht so sehr begeistert. Sie sagt: „Es finden sich da meisten die zusammen, die eh schon im Büro zusammen sind.“

Die Grenzen ihrer Führung sieht Julia darin, dass sie nicht alle Teammitglieder in die Eigenverantwortung entwickeln konnte. Da war der Dienst nach Vorschrift so tief verankert, dass sich das nicht lösen ließ. „Wenn bei uns jemand die Vorschläge, die ich gebe nicht umsetzt, dann kann ich auch nichts machen.“, sagt Julia. „Die merken das dann spätestens, wenn die Provision ausbezahlt wird.“

In Julias Unternehmen gibt es flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeiten und die Möglichkeit komplett im Homeoffice zu arbeiten. „Das ist für viele ganz toll. Gleichzeitig lädt es dazu ein andere Dinge zu machen und sich ablenken zu lassen, sodass die Arbeit dann nicht mehr ganz geschafft wird.“ Manche Mitarbeitende wachsen an dieser sehr freien Art und andere gehen in das alte System zurück.

Zu dieser Freiheit gehört auch das selbst Reflektieren. In Julias Geschäft können die Mitarbeiter:innen direkt sehen, wenn sie etwas verpasst haben. Und die Transparenz der Geschäftszahlen zeigt, wieviel Gehalt möglich ist, z.B. als Personaldienstleistungskauffrau.

Unser Gespräch führt uns auch durch die Klischees der Generationen. „Früher waren ja die Leute aus nem anderen Holz geschnitzt.“ „Das ist totaler Quatsch“, sagt Julia. Sie hat 20jährige, die super arbeiten und ihre beste Mitarbeiterin hat sie vermittelt, als diese 58 Jahr alt war. Und auch ein Kopftuch ist für Julia kein Einstellungshindernis.

Julia hat in ihrem Arbeitsleben so einige Stories erlebt und manche sind sehr berührend, andere sind erschütternd, wie zum Beispiel der Fall einer Frau, die einer ganz bösen Intrige zum Opfer fiel.

In dieser Folge geht es um Chancen und Möglichkeiten und ich denke wir erfahren aus erster Hand, dass es sich lohnt vertrauen in eine kompetente und erfahren Personalerin wie Julia zu haben. Ich finde sie gehört zu den Personen, die ihren Job mit Herz und Verstand ausfüllen.

Was in diesem Gespräch auch deutlich wird, die Vermittlung von Arbeitskräften ist ein hartes Geschäft in dem man sich nicht unbedingt alles erlauben darf. Hier muss der Spagat zwischen, Vertrauen in die Kompetenz, Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit gelingen. Was durch Julias Bericht deutlich wird, ist dass es sich lohnt vorurteilsfrei erstmal zu schauen, was möglich ist. Egal, welches Alter, welcher Impfstatus, welche Religion, welche körperliche Einschränkung.

Es gibt 3 Faktoren, die ausmachen, ob jemand eingestellt wird oder nicht, sagt Julia. Das sind Motivation, Sympathie und als kleinster Faktor Fachwissen.

Motivation, Sympathie und ein wenig Fachwissen. Das sind die wichtigsten Auswahlkriterien!

Was den meisten Menschen fehlt ist, dass man an sie glaubt. Das macht viel meiner Arbeit aus.“ Manche kommen und haben dieses Ding im Kopf vom Topf und Deckel und fühlen sich aber wieder Wok. So nach dem Motto da gibt’s keinen Deckel für. Das ist schwierig für die Menschen, wenn sie denken die anderen halten mich für einen Wok. Manchmal ist es ganz gut, wenn man nicht überall reinpasst. Weil das die Möglichkeiten eingrenzt. Man muss dann einfach nur ein wenig länger suchen und sich den Leuten anvertrauen, die sich auskennen und für einen gucken können.

Nebenberuflich ist Julia als Männer-Coach tätig. Sie begleitet Männer dabei erfüllte Beziehungen zu leben, denn auch hier geht es darum alte Konventionen hinter sich zu lassen. Julia schafft es auch die parallelen einer Beziehung und der Arbeitswelt herauszustellen, weshalb es gar nicht ungewöhnlich ist, dass sie diese Themen vereint.

Was wir deutlich sehen können ist, dass Julia Wolff eine Person ist, die festgefahrene Glaubenssätze und Weltsichten in Frage stellt und deren Wahrheitsgehalt auf den Prüfstand stellt.

Von lustig bis tiefgründig ist in dieser Podcastfolge alles dabei.

Über Julia Wolff

Mann sein darf neu definiert werden!

Hast Du manchmal das Gefühl, dass das noch nicht alles gewesen sein kann?

Das Du Kompromisse eingehst, aus denen Du als Verlierer herausgehst?

Wünschst Du Dir mehr Nähe, echte Zuwendung und eine erfüllende Sexualität?

Dann schau mal auf meiner Seite – denn bei mir bist Du genau richtig.

https://wolff-men-coaching.de/

Links und Credits

Credits für Musik: Music from Uppbeat (free for Creators!)
https://uppbeat.io/t/sonda/were-in-it-together

Zum Selbstcoaching-Programm 21 Tage zur Gelassenheit: bit.ly/Gelassenheit-Kompakt

Zum Kurs 5 Lebensstärken, die du in der Schule nicht lernst kommst du hier: bit.ly/5Lebensstärken

Credits für Musik: Music from Uppbeat (free for Creators!)
https://uppbeat.io/t/sonda/were-in-it-together

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