Folge 25 | Erschaffe dir deinen Traumjob selbst

Die besten Tipps, um zu bekomen was du willst

Heute ist Melanie Funke zu Gast bei mir. Sie ist die Leiterin der Gründerinnenzentrale in Berlin. Sie gehört zu den Frauen, die ihren Lebenstraum verfolgen. Denn als ich sie kennenlernte, träumte sie davon einen Platz für Frauen zu schaffen, wo sie ihre volle Kraft entfalten können, um mit einer Selbstständigkeit ihre Herzensprojekte in die Welt bringen.

Unser Gespräch beginnt mir Melanies Leben als Angestellte Projektleiterin und Geschäftsführerin der Gründerinnenzentrale Berlin. Wie sie ihren Job bekam ist eigentlich eine ganz kuriose Geschichte. Damals recherchiert sie zu einem Artikel zu dem Thema „Warum Frauen nicht gründen.“ Dabei stößt sie auf die Gründerinnenzentrale und befragt die damalige Leiterin und sagt ihr auch direkt, dass sie Lust hätte dort zu arbeiten. Mit dem Hinweis auf eine Vakanz als Projektleiterin Finance & Administration bewirbt sich Melanie also und ist sehr geknickt, als sie den Job nicht bekommt.

Zu einem späteren Zeitpunkt nimmt sie selbst ein Coaching in der Weiberwirtschaft, ein Frauennetzwerk, das direkt neben der Gründerinnenzentrale liegt. Wie sich 4 Monate später herausstellt ist Melanies Coachin zufällig im Vorstand der Gründerinnenzentrale und ruft sie an, als sie eine neue freie Stelle als Projektleiterin sieht. Denn sie findet, dass Melanie sich unbedingt darauf bewerben solle. Und dieses Mal klappt es auch und nicht nur das. Denn auch die Aufgabenschwerpunkte Marketing & Personal passen wesentlich besser zu Melanies Profil. „Ein echter Gänsehautmoment.“, sagt Melanie, wenn sie daran denkt und ergänzt: „Es hat sich alles gefügt. Es war damals nur nicht der richtige Moment.“

Was ihr auf ihrem Weg geholfen hat ist Urvertrauen und ihre Fähigkeit sich gut zu vernetzen. Und sicher auch kein zu unterschätzender Aspekt ist, dass Melanie über ihre Ideen spricht.

Zum Zeitpunkt ihres Karrierestarts in der Gründerinnenzentrale ist sie noch angestellt als Marketingleiterin bei Visit Berlin. Doch Melanie spürt, dass in ihrer alten Firma ihr Weg zu Ende ist. Denn nachdem sie Mutter geworden ist, hat sie sich weiter entwickelt und kann sich in ihrem alten Aufgabenbereich nicht mehr richtig wiederfinden. Denn zu diesem Zeitpunkt hat sie schon eine Coachingausbildung absolviert und möchte ihre Erkenntnisse auch mit in die Arbeit einbringen. Mit struktureller Diskriminierung von Müttern, die eine Möglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf suchen, hat das aber nichts zu tun. Auch wenn es subjektiv von manchen Frauen so empfunden wird, sagt sie.

Sie selbst stellt sich die Frage: Wie kann ich hier meinen Job machen und auch meine Tochter regelmäßig sehen. Wie kann es funktionieren?, ist die Kernfrage, die Melanie begleitet, egal in welchem Lebensbereich. Und so ist es für sie auch naheliegend, dass sie ihre Tochter mit zur Arbeit nimmt, als es einmal mit der Kinderbetreuung nicht so klappen will.

Viele Frauen trauen sich zu selten anzusprechen, was sie brauchen und Lösungen einzufordern.

Melanie Funke in Folge 25 vom Podcast Glücklich im Job

Sie sagt, viele Frauen trauen sich zu selten anzusprechen, was sie brauchen und Lösungen einzufordern. Ihr A und O ist, dass sie fragt, wenn sie Hilfe braucht. Sich öffnen, nach Hilfe zu fragen, kreativ in den Lösungen zu sein und Out-of-the-Box zu denken ist das, was ihr hilft und was sie auch anderen rät. Frauen, die nicht in der Situation sind, dass sie Familie oder andere helfende Personen in ihrem Umfeld haben gibt sie den folgenden Tipp: „Komm mit konkreten Lösungsvorschlägen zu deinem Chef, deiner Chefin.“ Und das gilt auch generell.

„Wenn es den Traumjob, den du suchst nicht gibt, erschaffe ihn dir selbst.“ Dieser Rat, den sie selbst einst von einer Nachbarin vor mehreren Jahren bekam, ist zum Kern ihrer Arbeitsgestaltung geworden. Wenn Sie unzufrieden war ging sie direkt zur Führungsperson und unterbreitete ihre Vorschläge. Das ist gelebte Eigenverantwortung.

Und trotz ihrer ganzen Taffheit beschreibt Melanie auch ihre weniger starken Momente der Überforderung und der Schwäche. Und das darf auch sein. Wichtig ist es nicht in die Opferrolle zu verfallen. Melanie ist ein Paradebeispiel für die Situation von berufstätigen Müttern. Um Hilfe bitten, schlechtes Gewissen, usw. sind ihr alles bekannte Vorgänge.

Kind abgeben, andere einspannen, schlechtes Gewissen, Zerrissenheit. Gut bekannte Begleiterscheinungen berufstätiger Mütter.

Melanie Funke in Folge 25 vom Podcast Glücklich im Job

Doch was ist eigentlich der ausschlaggebende Punkt gewesen, dass Melanie schließlich ihren Traumjob bekam? War es die Bewerbung? Melanie sagt, „Ja, zum Teil.“ Im Anschreiben bereits ihre Kompetenzen und ihre Begeisterung mit konkreten Beispielen untermauern zu können waren das, was ihr schlussendlich den Job eingebracht hat. Aber auch die eigenen Stärken und Verhaltensweisen zu kennen rät sie Frauen. „Der Grund warum dich Menschen einstellen oder eben auch als Selbstständige buchen, ist deine Persönlichkeit.“ Melanie geht sehr offen mit ihren Stärken und Schwächen um und sagt das kommt gut an. Das schafft bei ihren Gesprächspartner:innen Vertrauen. Und dieses sich zeigen ist keine Einbahnstraße, denn genau so muss sich auch das Gegenüber zeigen, damit man sehen kann ob es past. „Wenn das Bauchgefühl nicht mitschwingt, würde ich den Job ablehnen.“

Gerade für Frauen mit Kind ist eine Selbstständigkeit eine große Chance.

Doch auch in der Selbstständigkeit konnte Melanie bereits eigene Erfahrungen sammeln und sagt deshalb: „Gerade für Frauen mit Kind ist eine Selbstständigkeit eine große Chance.“ Ob im Nebenerwerb oder als Vollselbstständigkeit. Sie sagt, wer bereit ist sich weiter zu entwickeln sollte auf jeden Fall mal über eine nebenberufliche Selbstständigkeit nachdenken. Sie ist generell der Überzeugung, dass es immer gut ist mehrere Steine im Brett z haben. Sie rät davon ab immer alles auf eine Karte zu setzen, dann lässt sich auch peu à peu Etwas aufbauen, berichtet sie aus Erfahrung.

Bisher wurden Frauen auch nicht unbedingt in Richtung Erwerb in der Selbstständigkeit erzogen. Unser Bildungssystem sei darauf ausgerichtet, dass wir irgendwann einmal angestellt sind. Ganz im Gegensatz zu anderen Ländern, wie in den USA, Groß Britannien oder Skandinavien. Die Tendenz geht jedoch auch in Deutschland langsam in eine andere Richtung, deshalb trauen sich nun auch mehr Frauen zu gründen, weiß die Expertin zu berichten.

Und trotzdem werden nach wie vor 2/3 aller Gründungen von Männern vorgenommen. Die Frage ist also: Was hält Frauen ab zu gründen?
Viele Frauen haben nicht die Idee, dass Gründen eine Option sein könnte. Das ist vielleicht auch ein Mangel an Vorbildern. Melanie selbst hatte in ihrer Familie immer Vorbilder, so ware ihre Oma und ist ihre Mutter selbstständig. Aber auch der Bereich Care-Arbeit hat einen großen Einfluss auf die Selbstständigkeit. Denn durch alte Rollenmuster werden Frauen an das zu Hause gebunden. Ein weiterer Grund ist die Struktur, die frauen die Gründung erschwert. Denn häufig verfügen Frauen über weniger Kapital und gründen außerdem im Dienstleistungsbereich, wo kein großer Kapitaleinsatz notwendig ist. Wenn dann das Kapital für Website, Visitenkarten etc. nicht vorhanden ist, dann ist es aus Mangel an Angeboten schwierig einen Mikrokredit zu bekommen. (Anm.: Mikrokredite sind für den Finanzsektor nicht so lukrativ.) Hilfe gibt es jedoch seit einiger Zeit von der Weiberwirtschaft in Berlin. Sie haben den Verein Goldrausch, der Frauen mit Mikrokrediten unterstützt. Und auch die Gründerinnenzentrale engagiert sich in dieser Angelegenheit. Sie arbeitet zur Zeit daran, die Politik diesbezüglich mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Doch wie ist die Tendenz? Der Gründungsmonitor hat gezeigt, dass Frauen trotz der Pandemie weiterhin gründen. Melanie führt dieses auf die Anpassungsfähigkeit von Frauen zurück. Sie haben schneller reagiert und sich den veränderten Bedingungen angepasst. Ihre Vermutung ist, dass Frauen schon seit vielen Jahren aufgrund der Arbeitsbedingungen zur Anpassungsfähigkeit gezwungen sind, weil sie ihren Job mit privat vereinbaren wollen und es gewohnt sind alles gleichzeitig zu meistern. Tendenziell hält Melanie Frauen da einfach für flexibler und aufgeschlossener.

Jedoch können Frauen sich von Männern auch etwas abschauen. Zum Beispiel sich einfach mal ein bisschen mehr nach außen darzustellen und groß zu machen. „Wir Frauen dürfen mehr über unsere Erfahrungen sprechen und darüber, was wir geleistet haben.“
Um da hinzukommen, empfiehlt sie auch ruhig mal ein Coaching zu nehmen.

Für Frauen, die überlegen in die Selbstständigkeit zu gehen, lautet Melanies Empfehlung:

  • Sprich mit vielen Menschen darüber und tausch dich aus
  • Such vorher aus, wer sich dafür gut eignet
  • Für Gründerinnen in Berlin ist die Gründerinnenzentrale eine gute Ansprechpartnerin
  • Für Frauen in ganz Deutschland ist die BGA Ansprechpartnerin.

In der Gründerinnenzentrale kann man sich auch gut zu Beginn schonmal in einem einstündigen Beratungsgespräch alle wichtigen Basisinformationen holen, wie „Wo bekomme ich eine Steuernummer her?“

Zu guter letzt führt uns unser Gespräch dann auch noch zum Thema Homeoffice. Über die Zeit im Homeoffice und der instabilen Betreuungssituation ihrer Tochter im Kindergarten sagt Melanie: „Das hat mich manchmal an mein mentales Limit gebracht.“ Zum Glück hat sie eine Familie, die ihr da viel abnehmen kann, aber es erfordert viel Kraft und Organisation. Und auch in diesem Fall hat ihr vor allem wieder die Frage geholfen „Was kann ich jetzt gerade für mich tun?“ Und so erlaubt sie sich die Maßstäbe in der Kindererziehung herunterzuschrauben. Sie erlaubt sich von Prinzipien abzuweichen und sagt sich „Meine Tochter wird trotzdem groß werden und ein toller Menschen werden.“

Während der Homeofficezeit einfach mal den Maßstab in der Kindererziehung runterschrauben. Das ist vollkommen okay.

Und so bezieht sie ihre Tochter in ihr Leben mit ein und versucht natürlich auch darauf zu achten, dass diese nicht zu kurz kommt. Ihr Fazit zu dem Thema ist: „Homeoffice war nicht einfach und ich freue mich, dass ich wieder im Büro sein darf.“

Und zum Schluss sagt sie noch: „Ich bin kein Übermensch, aber ich gebe mein Bestes.“ Immer ein bisschen gnädig sein sagt sie zu sich selbst und zu anderen Frauen.

An dieser Stelle kommt wieder die Einladung für dich – Hol dir in dieser Podcastfolge eine große Portion Inspiration von einer Frau, die ihren Weg geht und alles so imperfekt perfekt lebt, wie es eben gerade gelingen will. …. Und so offensichtlich sehr glücklich im Job ist.

Über Melanie Funke

Melanie Funke ist die Leiterin der Gründerinnenzentrale. Sie verhilft Frauen in die Selbstständigkeit und zum Traumjob.

Melanie ist Berlinerin in 3. Generation und seit 2018 Mama einer kleinen Tochter namens Amina. Kommunikation ist ihre große Leidenschaft, daher hat sie dies zu ihrem Beruf gemacht. Sie liest gerne Sachbücher über Kommunikation, Psychologie, Organisationsentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung und spirituelle Literatur.
Ihr großer Traum ist eine Ballonfahrt über die Weiten Afrikas.

Mehr über die Gründerinnenzentrale erfährst du hier: www.gruenderinnenzentrale.de

Website: Melaniefunke.com

Links und Credits

Credits für Musik: Music from Uppbeat (free for Creators!)
https://uppbeat.io/t/sonda/were-in-it-together

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